Der US-Popstar und Schauspieler Justin Timberlake macht jetzt auf Mark Zuckerberg. Der 30-Jährige will das marode soziale Netzwerk MySpace aufmischen. Eine klare Kampfansage an den Facebook-Boss.
Wie man sich als Netzwerk-Chef fühlt, damit hat Timberlake durchaus Erfahrung – zumindest schauspielerische.
Der Popstar mimte den Erfinder des Musikportals Napster und Facebook-Mitgründer Sean Parker in dem Facebook-Film „The Social Network“.
Der Flop mit Myspace.com
Die News Corp. von Medienmogul Rupert Murdoch muss sich nach anhaltenden Verlusten vom einst weltgrößten Online-Netzwerk MySpace trennen.
Der neue Besitzer ist die weithin unbekannte Online-Werbefirma Specific Media – bei der sich auch Timberlake engagiert.
Die kalifornische Werbefirma zahlte mit 35 Millionen Dollar nur einen Schnäppchenpreis für MySpace – den Großteil sogar in Aktien. Murdoch hatte 2005 noch 580 Millionen Dollar bezahlt.
Justin Timberlake wird mit einem sechsköpfigen Team „rund um die Uhr“ an neuen Ideen für das Portal arbeiten.
Der Ort ist durchaus mondän: Das Entwicklungsbüro liegt im schicken Beverly Hills.
In zwei Monaten soll die Strategie vorgestellt werden, mit der man die Website wieder auf Vordermann bringen will.
Traurige Myspace-Geschichte
Murdoch hatte MySpace 2005 für aufsehenerregende 580 Millionen Dollar geschluckt und danach massiv in die Weiterentwicklung der Online-Plattform investiert.
Am Anfang rechnete sich das Geschäft auch durch einen lukrativen Vertrag mit dem Internetkonzern Google. Unter der Regie von Murdochs News Corp. häufte das Netzwerk später aber immer höhere Verluste an.
Die MySpace-Nutzerzahlen stagnierten bei etwa 100 Millionen, während der jüngere Rivale Facebook vorbeizog und mittlerweile geschätzt zwischen 600 Millionen und 700 Millionen Mitglieder hat.
Nach Daten des Marktforschers Comscore besuchten im Mai 157,2 Millionen Nutzer allein in den USA das Facebook-Portal. Dagegen musste MySpace mit 34,8 Millionen auskommen – ein kräftiger Einbruch von in der Spitze einmal 75,9 Millionen Nutzern im Monat.
Diese goldene Zeit war Ende 2008.
Auch ein Umbau hin zu einer Unterhaltungsplattform half letztlich nichts.
Weil mit den Nutzern auch die Werbekunden abhanden kamen, mussten die MySpace-Mitarbeiter schon einige Sparrunden mitmachen.
Nach Informationen des „Wall Street Journals“ verlieren mit dem Verkauf noch einmal die Hälfte der zuletzt 500 Beschäftigten ihren Job. Vor zwei Jahren hatte MySpace noch 1400 Mitarbeiter.
Eigentlich hatte die News Corp. mit dem Verkauf von MySpace noch 100 Millionen Dollar erlösen wollen, allerdings sollen am Ende diverse Bieter abgesprungen sein.
Besonders bitter: Für den Börsenkandidaten Facebook kursieren Firmenwerte von 50 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar.